Blogtour Gardasee

 

Blogtour Gardasee

Wie einige von euch vielleicht schon von unserem Lifeupdate letze Woche wissen, wurden wir von Gardaoutdoors (einem Onlinemagazin vom Gardasee) in Zusammenarbeit mit Bike Experience in ein Gebiet etwas südlich des Gardasees eingeladen. Die Freude war natürlich riesengroß, da es unsere erste Einladung überhaupt war. 

Außer uns hatten sie noch ein paar andere Blogger eingeladen. Ein Pärchen aus dem schönen Schwabenländchen, ein Mädchen aus Österreich und noch 2 italienische Blogger. Wir waren also eine recht bunte Mischung.

Bella Italia wir kommen

Da wir auf dem Weg nach Italien ja eh durch Österreich durch mussten, hatten wir beschlossen, das wir bereits einen Tag früher starten, um noch einen kleinen Zwischenstop im Zillertal einzulegen. 

Wir starteten also von Mayrhofen aus Richtung Gardasee. Um die lange Reise überhaupt durchzustehen, besorgten wir uns erst einmal eine Wagenladung Kaffee und schon konnte die wilde Fahrt los gehen. 

Zugegebenermaßen waren wir die ganze Fahrt über recht aufgeregt, weil wir keine Ahnung hatten, was uns die nächsten Tage alles erwarten würde. Wir wussten eigentlich nur, das wir die Gegend mit E-Bikes erkunden sollten und das war es dann auch schon an Info ( also zu mindestens das, was wir noch davon wussten ).

Mit jedem Meter, den wir dem Ziel näher kamen, wuchs die Anspannung noch ein bisschen mehr. Wie würden die anderen Blogger sein, würden wir uns alle verstehen, was würden wir alles unternehmen und für uns ganz wichtig…gab es dort viele gute Fotokulissen (klingt vielleicht ein bisschen blöd, ist uns aber, da wir den Focus mit auf Fotografie legen, doch immer sehr wichtig).

Tortellini statt Pizza

Unser Hotel lag in Valeggio sul Mincio ( in der Provinz Verona ). Ein kleines italienisches Dorf, nicht weit vom Gardasee, das hauptsächlich für seine Tortellini nodo d’amore (Liebesknoten) bekannt ist. 

Es handelt sich um eine kleine typisch italienische Gemeinde, genau wie man sich das vorstellt, nur ohne all die Touristen. An jeder Ecke findet man die kleinen Geschäfte, die die handgemachten Tortellini verkaufen.

Endlich am Hotel angekommen, wollten wir nichts mehr als endlich raus aus dem Auto. Bei 30°C kann ich mir schönere Dinge vorstellen, als stundenlang mit Natalie in einem Auto eingesperrt zu sein ;-P . 

Wir haben es uns erst einmal in den kleinen Sitzecken vor dem Hotel gemütlich gemacht. Nicht viel später trafen wir auch schon auf Veronika ( die Bloggerin aus Österreich) und kurz darauf auf Lisa und Stefan (die zwei Schwaben) von der restlichen Truppe war noch nichts zu sehen, was wahrscheinlich etwas damit zu tun hatte, dass wir alle ca. 2 Stunden zu früh waren (nennt sich auch die deutsche Pünktlichkeit).

Wir checkten erst einmal in das Hotel ein, und beschlossen dann, das kleine Örtchen auf eigene Faust zu erkunden. Zeit genug hatten wir ja noch.

Die Umgebung war für uns völlig ungewohnt. Abgesehen davon, dass wir beide schon eine Ewigkeit nicht mehr in Italien waren, verbringen wir sonst unsere Zeit auch lieber in den Bergen. 

Wir schlenderten ein bisschen durch das Zentrum und die kleinen Gassen die es umgaben, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten, um ja nicht zu spät zu kommen. 

Als wir zurück am Hotel waren, erklärte uns die Besitzerin, dass sich das Treffen wohl noch um 2 Stunden verzögern würde, da wir noch auf die Dolmetscherin warten mussten.  Da hatten wir uns ganz um sonst gestresst. Es dauerte nicht lange, bis auch Lisa, Stefan und Veronika zu uns stießen.

Wir nutzten die Zeit, uns gegenseitig etwas besser kennen zu lernen. Es war schön, mal auf andere Blogger zu treffen und sich etwas austauschen zu können.

Einige Zeit später kam dann Walter (der Organisator von Gardaoutdoors) mit zwei italienischen Bloggern und kurz darauf auch unser Tourleiter von Bike Experience. Fehlte nur noch die Dolmetscherin, die etwas Ordnung in das Sprachenchaos bringen konnte. 

Wir hatten alle riesigen Hunger, als die Dolmetscherin endlich kam (wir hatten auch schon mindestens eine Stunde früher mit dem Abendessen gerechnet). 

Nach einer kurzen Begrüßung, und einer Einweisung was uns die nächsten Tage noch so erwarten würde, kam noch die Stadträtin vorbei, um uns in Valeggio Willkommen zu heißen (wir fühlten uns fast wie Promis, also auf jeden Fall verdammt wichtig). Dann ging es, zur Freude von uns allen, endlich zum Essen. 

Heute war ein Abendessen im Hotel geplant. Es gab die im Hotel handgefertigten Tortellini mit 5 verschiedenen Füllungen. Das Beste daran war, dass die Besitzerin des Hotels sie ganz frisch und direkt vor unseren Augen zubereitet hat. In 5 Gängen durften wir uns durch die verschiedenen Sorten probieren. Eine leckerer als die andere. Es gab Kürbis, Lauch, Ricotta Spinat, Brokkoli Käse und Fleisch.

Da wir so entsetzlich hungrig waren, schlugen wir bei den ersten beiden Gängen ordentlich zu, was sich dann bei den drei darauf folgenden an uns rächte. Ab dem dritten Gang, wurde dann jeder weitere Bissen zur Qual, aber eine Sorte auslassen kam für uns nicht in Frage. Wir wollten ja schließlich alle probieren.

Nachdem die Tortellini Orgie endlich überstanden war, gab es dann noch Dessert. Die Frauen unter euch verstehen sicher, dass Dessert immer geht für die Männer möchte ich es einmal kurz erläutern. 

Es gibt da so ein paar anatomische unterschiede zwischen Männlein und Weiblein. Einer davon ist, wir besitzen einen Bereich im Magen, der ausschließlich für Dessert reserviert ist. 

Es gab Schokosalami. Klingt eklig ist aber super lecker. Das ist ganz viel Schoko mit Keks und Rum in Form einer Salami.

Nachdem nun auch der letzte Bereich in unseren Mägen komplett gefüllt war, schafften wir es nur noch ins Bett und schliefen völlig voll gefressen und erschöpft ein.

Ausnahmsweise mal nicht zu Fuß

Am nächsten Tag ging es auch schon direkt nach dem Frühstück los. Wir fuhren alle gemeinsam mit dem Van zum Ossario di Custoza ( Das Beinhaus von Custoza). Ein 40 Meter hoher Obelisk im Gedenken an die gefallenen italienischen und österreichischen Soldaten während der Unabhängigkeitskriege, in dessen Keller sich die Krypta mit den Gebeinen der Gefallenen befindet. Da unten war es schon ein bisschen gruselig, umgeben von 1.485 Schädeln. 

Wir haben noch eine Führung bekommen, bei der wir zugegebenermaßen nicht wirklich zugehört haben, die aber für jeden der sich für Kriegsgeschichte interessiert (dazu gehören wir beide definitiv nicht), sicher sehr spannend gewesen wäre. 

Als wir das Gelände verließen, warteten schon die E-Bikes, mit denen wir die Tour fortführen würden, auf uns. 

Sie stellten uns die Fahrräder ein (bei Natalie ganz einfach. So klein wie es eben nur geht) und ließen sie uns erst einmal testen. 

Weder Natalie noch ich sind schon einmal E-Bike gefahren. Wir waren beide überrascht, weil sie deutlich mehr Schub hatten als erwartet. Einmal in die Pedale getreten, schoss man regelrecht davon.

Als dann die Fahrräder für alle richtig eingestellt waren, fuhren wir los. Es dauerte nicht lange und wir waren umgeben von Weinbergen. Naja Berge kann man es nicht wirklich nennen, da sind wir anderes gewohnt, aber es war auf alle Fälle überall Wein, was es beinahe logisch machte, dass unser nächster Halt das Weingut von Custoza sein sollte. Wir fuhren alle hintereinander im Schneckentempo, damit auch ja jeder mit kam, über wenig befahrene Straßen und Schotterwege, bis zum Weingut. Natalie und ich wären gerne schneller gefahren, aber in so einer großen Gruppe muss man ja Rücksicht auf alle nehmen.

 

Auf dem Weingut angekommen, gingen wir dann in den kleinen Laden, wo wir dann die verschiedenen Weine probieren durften. Weiß, Rot, Frizzante und unser Favorit, der Dessertwein. Dazu gab es Crossini und Salsiccia (italienische Salami). 

Danach ging es dann leicht angeheitert weiter. Bei ca. 30°C ist Wein am Vormittag wohl nicht das klügste, also jedenfalls für uns.

Danach ging es auch schon wieder weiter mit dem Fahrrad Richtung Sommacapagna. Dort besichtigten wir das Rathaus, machten eine kleine Kaffeepause (Natalie und meine Rettung, unser Kaffeelevel hatte bereits die Untergrenze erreicht) und fuhren dann weiter zur Parrocchia Santa Lucia (eine wirklich verdammt alte Kirche). Die Kirche war im inneren voller wunderschönen Fresken, die das Alter des Gebäudes vermuten ließen (für alle Twilight-Fans…wir haben vor der Kirche das Grab der Volturi entdeckt :-D)

Danach ging es wieder zurück nach Valeggio, wo wir noch einen kleinen Stop bei einer Tortellini Manufaktur einlegten. Das war ziemlich interessant. Es waren vier Frauen, die in einer unglaublichen Geschwindigkeit, im Akkord Tortellinis machten. Wir durften uns auch einmal selbst daran versuchen. Mit ganz viel Fantasie wären unsere Werke vielleicht auch als Tortellini durch gegangen. 

Danach gab es dann noch Frittierte Tortellini zum Snacken, bevor es zurück zum Hotel ging, wo wir uns für den Abend umziehen konnten.

Ein Ort zum verlieben

Nachdem wir uns alle etwas ansehnlicher gemacht hatten, ging es dann mit dem Van nach Borghetto, einem Stadtteil von Valeggio und wohl eines der schönsten Örtchen Italiens. 

Das ehemalige Festungsdorf ist noch gut erhalten und hat gerade zur Abenddämmerung einen unleugbaren romantischen Charme. Daher ist es kaum verwunderlich, dass viele von weit her kommen, um dort zu heiraten. Es ist eher unwahrscheinlich, nicht auf mindestens ein Brautpaar zu treffen. 

Um euch die frage vorweg zu nehmen, NEIN Natalie und ich haben nicht geheiratet :-D.

Leider blieb uns dort nicht viel Zeit zum Fotos machen, da es schon bald weiter zum Essen ging. 

Natalie und ich hatten insgeheim darauf gehofft, in einem der kleinen hübschen Restaurants am Flussufer zu essen, gerade weil dieser Stadtteil von Valeggio für sein gutes Essen bekannt ist, aber für uns ging es mit dem Van nach Custoza. 

Nach einer recht kurvigen Fahrt zurück in die Wein“berge“ hatten dann auch wir unser Restaurant erreicht.

Tortellinitod der Zweite

Das Restaurant lag wunderschön auf einem Weinberg über Custoza und war nur von Einheimischen besucht (immer ein Zeichen für gute und authentische Küche). Für uns war eine riesige Tafel gedeckt und uns erwartete ein 5 Gänge Menü begleitet von den Weinen, die wir schon am Mittag probieren durften. Sie hatten sich sichtlich viel Mühe für uns gegeben. 

Das Menü war ganz typisch für diese Region. Polenta, Tortellini, Pasta, Fleisch und Dessert. 

Für uns war das 7te Mal Tortellini in nur 2 Tagen (5 Gänge Tortellini, frittierte Tortellini und jetzt schon wieder) doch etwas viel, aber wir können auch nicht leugnen, dass sie verdammt lecker waren. Allerdings haben wir für die nächste Zeit definitiv keinen Appetit mehr auf Tortellini. Nach einem wirklich großartigen Dessert schafften wir dann unsere vollen Mägen wieder zurück ins Hotel, wo wir dann nach diesem langen Tag wie Tod ins Bett fielen.

 

Time to say goodbye

Direkt nach dem Frühstück stiegen wir wieder auf die Fahrräder (gar nicht gut. Uns taten die Hintern noch vom letzten Tag weh), um zum Parco Giardino Sigurtà zu fahren. Ein Park, der mit seinen etwa 60ha der zweit größte Europas ist. Man kann ihn zu Fuß, mit Golfcart oder mit dem Fahrrad erkunden. Wir hätten das Golfcart bevorzugt, da die sicher bequemer zum sitzen gewesen wären, aber es ging weiter mit dem Fahrrad. Er war wirklich schön, aber uns ist die freie Natur doch lieber, als ein angelegter Park. Ein Botaniker würde sich aber sicher fühlen wie im Paradies.

Im Anschluss fuhren wir dann alle, mit unseren eigenen Autos, an den Gardasee. Um genau zu sein, nach Peschiera del Garda. Eine wirklich nette Gemeinde direkt am Seeufer. Die Sicht war an dem Tag leider nicht so gut, sonst hätten wir von dort auch die Burg in Sirmione sehen können. Da hatten wir wohl einfach Pech.

Wir machten noch eine kleine Führung durch Peschiera mit, wobei wir zugeben müssen, dass wir einfach nicht mehr fähig waren irgendetwas aufzunehmen. Wir hatten am vergangenen Tag und am Morgen im Park schon so viel erzählt bekommen, dass bei uns einfach kein Platz mehr in den Köpfen war. Dazu kam noch die unglaubliche Hitze und der schreckliche Hunger. Wir waren einfach am Ende.

Als es dann endlich zum Essen ging, waren Natalie und ich kaum noch zu bremsen. Wir hofften sehnlichst auf ein riesiges Stück Pizza. 

Am Hotelrestaurant angekommen, in dem wir Essen gingen, mussten wir dann zu unserem Entsetzen feststellen, dass es auf der Karte nicht einmal Pizza gab. Wir fürchteten schon das schlimmste. Tortellini.

Für uns war ein 4 Gänge Menü vorberietet und sie hatten sich wirklich sehr viel mühe gegeben, aber uns hätte einfach nichts glücklicher gemacht, als ein Stück Pizza auf die Hand. 

Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, war es fast Identisch mit dem Menü vom Vorabend. Es gab Polenta mit Salami ( Natalie hasst nichts mehr als Salami), Pasta mit Paprika ( mein absolutes Grauen), ein Fleischteller, mit sehr viel Auswahl und zum Dessert eine Schoko Panna Cotta die für uns das Essen gerade noch retten konnte. 

Nach dem Essen verabschiedeten wir uns dann alle von einander und wir machten uns völlig erschöpft und mit vollen Mägen auf den Weg nach Hause.

 

Was wir daraus gelernt haben

  • Deutsche Mägen sind nicht gemacht für 7 mal Tortellini in nur 2 Tagen

  • Venetien ist eine wunderschöne Region die nicht unterschätzt werden sollte

  • Kulturgeschichte ist einfach nicht so unser Fall

  • Das nächste mal wohl lieber eine Mountainbiketour

 

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