Risserkogel – Der Tag an dem Natalie fast von uns ging und den Hund mitriss

Es war mal wieder Zeit für eine richtige Wanderung. Ein Berg, ein Gipfel und ein anstrengender Aufstieg. 

Unsere Entscheidung fiel auf den Risserkogel. 

Ich hatte die Wanderung schon einmal, vor ein paar Jahren gemacht und der Aufstieg war so schön, dass er einfach in Erinnerung geblieben ist. 

Es ist eine traumhafte Route, mit nicht zu vielen Höhenmetern und der Aufstieg kommt einem dadurch, dass der Weg sehr abwechslungsreich ist, nicht so lang vor wie er tatsächlich ist. Der ideale Einstieg für uns. 

Djini, der Hund von Natalies Eltern durfte auch mal wieder mit. Sie liebt wandern und da fanden wir es gemein, sie Zuhause zu lassen. Hätten wir gewusst, wie das ganze enden würde, hätten wir uns das vielleicht noch einmal anders überlegt. Wir machten uns also zu dritt auf den Weg.

 

Das Wandern ins des Travelinders Lust

Erst ging es noch über einen geteerten Forstweg, dem wir einige Zeit folgten, bevor wir ihn wieder verließen, um einem schmalen Weg, der über mit Wildblumen bewachsene Wiesen führte, zu folgen. 

Es war brütend heiß und es dauerte nicht lange bis wir schwitzten wie verrückt, aber der Hund war noch voller Energie. Im Zick Zack ging es immer weiter Bergauf. Hin und wieder kam es einem eher so vor, als würde man durch einen Bachlauf gehen und nicht, als wäre man auf einem Wanderweg. 

Immer wieder mussten wir über Steine kraxeln und über umgefallene Bäume klettern. Djini lief voraus und zeigte uns den Weg. Sie hatte den größten Spaß, während Natalie und ich, schwer schnaufend hinter ihr her hechelten. Der Weg ist teilweise recht steil und verlangt Trittsicherheit. Die sengende Hitze erschwerte den Aufstieg ungemein. 

Als wir eine kleine Hütte erreichten, beschlossen wir eine Pause einzulegen um etwas zu essen. 

Für Djini hatten wir auch Futter dabei, aber ihren Blicken zufolge hätte sie lieber etwas von unseren belegten Broten abbekommen, aber was Essen angeht, teilen weder Natalie noch ich gerne.

Während wir aßen, zog das Wetter zu. Als wir weiter gehen wollten, fing es an zu nieseln. Da es nach einem kräftigen Regenschauer aussah entschieden wir uns dafür, uns unterzustellen bis es vorbei gezogen war.

Travelinder und das ewige Unwetter

Wir stellten uns unter das Vordach der Hütte und als hätte das Wetter geahnt, dass Natalie und Franzi mal wieder in den Bergen sind, ging das Unwetter so richtig los. 

Erst hat es nur geschüttet wie aus Kübeln, aber dann zeigte uns der Himmel was er alles kann. 

Es blitzte und donnerte und die Wolkendecke sah immer bedrohlicher aus. 

Djini  gefiel das ganz und gar nicht. Sie versuchte sich durch den Boden der Hütte zu graben und als das nicht funktionierte legte sie sich zitternd und winselnd in die Ecke. Das Gewitter hing genau über uns und machte keine Anstalten weiter zu ziehen. Der Regen prasselte nur so auf das Dach der Hütte. 

Da saßen wir also mal wieder und warteten, dass wir endlich weiter konnten. Die Minuten verstrichen und es war weit und breit keine Besserung in Sicht. 

Wir befürchteten schon die Wanderung vorzeitig abbrechen zu müssen und den Gipfel nie zu erreichen. 

Wir waren typisch für uns, mal wieder sehr spät gestartet und hatten Sorge, dass die Sonne zu früh untergehen würde. Wir haben zwar kein großes Problem damit, in der Dunkelheit einen Berg hinunter zu laufen, schließlich waren wir nach dem Desaster in Lofer nicht mehr ohne Taschenlampen unterwegs, aber dumm waren wir auch nicht. Wir gehen im dunklen doch lieber nur sichere Wege. 

Als nach über einer Stunde das Gewitter endlich weiterzog und der Regen nachließ, verriet uns ein Blick auf die Uhr, dass uns noch ein paar Stunden Licht blieb und wir den Gipfel noch erreichen konnten und uns sogar noch genug Zeit blieb, um es beim Abstieg noch bis zum geteerten Forstweg zu schaffen bevor die Sonne ganz unterging. 

Wir brachen also Richtung Gipfel auf und Djini war heilfroh, diesen fürchterlichen Ort mit dem ganzen Gewitter zu verlassen. 

Wie Natalie den Hund fast ins Unglück riss

Nachdem wir etwa eine viertel Stunde bergauf gelaufen waren, sah ich mich verwirrt um. Der Weg kam mir nicht mehr bekannt vor. 

Wir gingen weiter, weil ich mir nicht sicher war, ob ich diesen Teil der Wanderung einfach vergessen hatte, immerhin war es doch schon eine Weile her, dass ich ihn zuletzt gelaufen war. Als es dann nach einem Hügel wieder Bergab ging, war ich dann völlig verunsichert. Natalie und Djini warteten oben auf dem Hügel, während ich ein Stückchen bergab lief, um den Weg zu begutachten. 

Es dauerte nicht lange, bis ich mir sicher war, dass wir falsch waren. Ich lief zu den anderen zurück und wir kehrten wieder um. 

Als Djini dann merkte, dass es wieder in die Richtung ging, wo gerade noch das Gewitter war, stellte sie sich stur. Sie weigerte sich, auch nur einen Schritt zu machen. 

Wir versuchten sie, mit allen Mitteln zum weiter gehen zu bewegen, doch es war völlig Hoffnungslos. Uns blieb nur, sie zu tragen. 

Zum Glück ist sie nicht sonderlich groß und schwer, doch trotzdem hing sie wie ein Sack Mehl auf Natalies Arm. 

Einige Zeit später entdeckten wir in der Ferne einen gelben Wegweiser. Wir steuerten darauf zu. Natalie mit Djini auf dem Arm hinter mir. 

Auf einmal polterte es hinter mir, und ich sah Natalie nur im Augenwinkel vom Weg abrutschen. Sie warf den Hund, im versuch ihn nicht mit zu reißen, von sich, was leider wenig Sinn ergab, da der Hund noch an der Leine war, die sie umhängen hatte. Es passierte alles so schnell, dass ich ihr nicht helfen konnte. Zum Glück bekam sie schnell wieder Halt, sonst wäre es um sie und den Hund geschehen. 

Völlig unter Schock, half ich ihr wieder auf den Weg zurück. Die ganze Situation hätte leicht schief gehen können. 

Man darf einen Berg einfach nie unterschätzen. Ein falscher Schritt und es kann alles vorbei sein. Dessen sollte man sich immer bewusst sein. 

Endlich wieder auf dem Weg, entschied sich Djini, die wohl auch einen ziemlichen Schreck bekommen hatte, doch wieder selbst weiter zu laufen. Wir schlugen den neuen Weg ein und kamen zu dem Sattel zwischen Risserkogel und Blankenstein.

Gipfel wir kommen

Wir schlugen den Weg zum Risserkogel ein, und folgten einem schmalen Pfad zwischen den Latschenkiefern. Je höher wir kamen, desto öfter mussten wir über Felsen kraxeln. Djini schaffte nicht alle Passagen alleine, deshalb mussten wir sie uns des öfteren gegenseitig zureichen, um weiter zu kommen. Manche Stellen waren sogar mit Drahtseilen versichert. 

Das letze Stück machte uns richtig Spaß, auch wenn es zwischen den Latschenkiefern beinahe unerträglich heiß wurde. Wir fühlten uns fast wie in einer Finnischen Sauna. 

Die Latschenkiefern wurden weniger und bald konnten wir das Gipfelkreuz sehen. Wir waren erleichtert, denn zwischenzeitlich fürchteten wir fast, es nicht mehr bis zum Gipfel zu schaffen. 

Am Gipfelkreuz gönnten wir uns noch einen kleinen Snack und genossen dabei die traumhafte Aussicht. Nach einem kleinen Eintrag ins Gipfelbuch machten wir uns wieder an den Abstieg. Wir wählten eine andere Strecke, bei der wir etwas früher auf einen geteerten Forstweg kommen würden, denn uns blieb nicht mehr viel Zeit bevor es dunkel werden würde und dann fühlt man sich doch etwas wohler, mit einer richtigen Straße unter den Füßen. 

 

Travelinder mal wieder auf Nachtwanderung

Der Pfad nach untern war auch wieder recht verwinkelt und geschwungen, aber im vergleich zum Aufstieg eher matschig als felsig. 

Nach dem heftigen Regen hatte es etwas von einer Schlammschlacht. Wir mussten jeden Schrittt vorsichtig setzen, um nicht mit dem Hintern im Matsch zu landen. Ihr wollt gar nicht wissen wie dreckig der arme Hund aussah. 

Wir warteten durch den Schlamm und hatten etwa eine Stunde später den geteerten Forstweg erreicht. Die Straße zog sich schier unendlich, aber es war trotzdem eine gute Entscheidung gewesen, diesen Weg zu wählen, denn nur kurz nachdem wir ihn erreicht hatte wurde es schon dunkel. 

Wir folgten der Straße durch die Dunkelheit nur mit Stirnlampe. Das ist der Nachteil, wenn man in der Früh einfach nicht aus dem Bett kommt. Interessanterweise enden die meisten unserer Wanderungen damit, dass wir irgendwo im dunklen herum laufen. 

Das sollte uns mal zu denken geben. 

Als wir Endich den Parkplatz erreichten waren wir alles heil froh und Erschöpft. Selbst Djini war ausgepowert und schlief ein, sobald sie im Auto lag. Wir waren geschafft, aber auch verdammt stolz auf uns selbst, dass wir es trotz der schlechten Bedingungen doch noch bis zum Gipfel geschafft hatten.

Was wir daraus gelernt haben

  • Djini ist nur ein Hund für Schönwetterwanderungen

  • Eine Wanderung, so einfach sie auch scheinen mag, birgt immer ein gewisses Risiko

  • Früh aufstehen wäre hin und wieder gar nicht so falsch

  • Wer einen Wetterbericht anschauen kann ist klar im Vorteil

 

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