Unser Abenteuer im Schnee am Sylvensteinspeicher

Unser Abenteuer im Schnee am Sylvensteinspeicher

Natalie und ich hatten mal wieder Sehnsucht nach Natur. Da das Wetter einen Rückfall hatte und überall wieder Schnee lag und minus Temperaturen herrschten, entschieden wir uns dazu nur einen kleinen Ausflug raus aus der Stadt zu machen. Der Sylvensteinspeicher klang nach dem perfekten Ziel. 

Ich war den vorherigen Herbst bereits am Sylvensteinspeicher und hatte die Landschaft wunderschön in Erinnerung. Wasser, Berge und Natur. Was will man mehr. Da wir beide neue Bilder machen wollten stopften wir kurzerhand das Auto mit Klamotten voll. Wenn ich stopfen sage meine ich das auch genau so. Das Auto war voll und das bis oben hin. Natalie schnappte sich noch den Hund ihrer Eltern ( Mr. Djini ) und los ging die fahrt. 

Der Sylvensteinspeicher ist ein tolles Ausflugsziel für Münchner. Man fährt nur ca. eine Stunde und schon ist man am Sylvensteinspeicher und gefühlt in einer völlig anderen Welt. 

Unser Ziel war ein kleines Stückchen hinter dem Sylvensteinspeicher. Dort wo die Isar noch so breit ist das man sie  für einen See hält. Gleich nach dem kleinen Örtchen Fall ist die Wasserwacht und ein kleiner Grillplatz. Genau dort wollten wir hin. Im Nachhinein betrachtet absolut keine gute Idee. Wenn ihr im Winter an den Sylvensteinspeicher fahrt bleibt bloß immer auf den geteerten Straßen und parkt lieber bei der großen Brücke. 

Als wir ankamen war vom Sylvensteinspeicher nichts zu sehen. Es war so kalt und es lag so viel Schnee das der Sylvensteinspeicher komplett bedeckt war. Hätten wir nicht gewusst das er dort ist hätten wir ihn nie gesehen. Endlich angekommen haben wir uns erst einmal dick eingepackt und die Gegend erkundet um die passenden Fotokulissen zu finden. Mr. Djini war wegen dem Schnee völlig aus dem Häuschen. 

Dort wo der Sylvensteinspeicher in die Isar überging und das Eis dünner wurde um dann ganz zu verschwinden hatten wir auch schon unsere erste Kulisse. Dann ging die Action los. Rein ins Auto, umziehen, wieder raus, schnell ein paar Fotos machen bevor wir erfrieren, wieder rein ins Auto, einen heißen Tee trinken und dann das ganze wieder von vorne. 

Ich glaube Mr. Djini hat uns für total bekloppt gehalten. Wäre es etwas wärmer gewesen hätten wir sicher auch noch einen schönen Spaziergang um den Sylvensteinspeicher machen können, aber es war so kalt das selbst der Hund nach einer halben Stunde wieder zurück ins Auto wollte um sich dort in unseren Klamotten zu verkriechen damit ihm wieder wärmer wird. 

Immer mal wieder hat es geschneit und geregnet, aber die Aussicht und die Landschaft um uns herum haben uns geholfen die widrigen Bedingungen zu ignorieren. Zum Abend hin wurde es dann aber so kalt das wir es nicht mehr aushalten konnten und wollten uns wieder auf den Heimweg machen.

Doch noch ein kleiner Spaziergang

Irgendwann kam uns dann die Idee, das in dem kleinen Ort Fall vielleicht jemand einen Traktor besitzt und uns umsonst die Auffahrt hinauf ziehen konnte, also packten wir uns Mr. Djini und gingen los. Uns wurde schnell klar das jeder versuch die Auffahrt alleine hoch zu kommen vollkommen sinnlos war da wir es zu Fuß schon kaum nach oben schafften. Es war spiegelglatt. In Fall angekommen steuerten wir erst mal den Gasthof an der gefühlt das einzig noch beleuchtete Haus war. Da standen wir also, völlig erfroren und Natalie die mit dem kleinen schwarz weißen Hund und ihren grauen Haaren aussah wie Cruella de Ville. Etwas peinlich berührt fragten wir dann die vor dem Gasthof stehenden jungen Männer ob wohl einer von ihnen einen Traktor besitzt. Wir mussten  feststellen ,dass leider nicht wie erwartet jeder der auf dem Land wohnt einen eigenen Traktor hat. Als wir ihnen erzählten was uns passiert ist war das Gelächter erst mal groß bevor sie dann ganz wie selbstverständlich überlegten wie sie uns helfen könnten. Als der Plan fast fertig geschmiedet war kam jedoch schon der Anruf vom Abschleppdienst der bei unserem Auto angekommen war. Wir überlegten kurz ihn weg zuschicken und es mit der Hilfe der jungen Männer zu versuchen, aber da sich keiner sicher war ob es klappen würde und wir nicht vor hatten die Nacht dort zu verbringen haben wir uns dann doch für den Abschleppdienst entschieden. Wir liefen also wieder durch die Kälte zurück zu unserem Auto.

Wir lassen uns abschleppen

Die Männer vom Abschleppdienst warteten bereits auf uns. Auf die Frage was wir bei dem Wetter am Sylvensteinspeicher machen wussten wir nur eine Logische Antwort. „Baden natürlich“. Nachdem sie uns eine Weile ausgelacht hatten (wir können es ihnen nicht einmal verübeln) legten sie sich erst einmal Schneeketten an und halfen mir dann bei der Suche nach dem Abschlepphaken. Der war natürlich unter all den Tonnen von Klamotten bei meinem Ersatzreifen. Ich will gar nicht wissen was sie sich dabei dachten. Wir fanden unter dem Ersatzreifen noch 1,08 € die ich dem Mann vom Abschleppdienst schon einmal als Anzahlung in die Hand drückte. Nach ewigem hin und her schafften sie es dann endlich schlingernd mein Auto bis zur Bundesstraße zu ziehen. Da wir kaum noch Benzin hatten und nicht wussten ob wir es noch bis zur nächsten Tankstelle schaffen würden boten sie uns netterweise an bis dahin hinter uns zu fahren und uns notfalls einfach noch einmal abzuschleppen. Das Glück endlich wieder auf unserer Seite schafften wir es tatsächlich ohne weitere Zwischenfälle bis zur nächsten Tankstelle an der sich die Männer dann verabschiedeten. Bad Tölz hat definitiv den lustigsten und freundlichsten Abschleppdienst den ich je erlebt habe. Da taten die knapp 300€ nur noch halb so weh. Wenn wir noch einmal abgeschleppt werden müssen, dann hoffentlich in der selben Gegend.

Was wir daraus gelernt haben

 

  • im Winter immer besser auf der Straße bleiben

  • nicht jeder in einem Dorf besitzt einen Traktor 

  • die Hilfsbereitschaft fremder nicht unterschätzen

  • Bad Tölz hat den nettesten Abschleppdienst

 

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