Unsere Reise auf die Färöer Inseln

 

Die nicht enden wollende Anreise

Endlich war es so weit. Wochenlang hatten wir uns schon auf unsere Reise gefreut und nun ging es tatsächlich los. Da unser erster Flug ( wir flogen mit 2 Zwischenstopps, weil es uns anders einfach zu teuer war) schon recht früh ging und wir Angst hatten zu verschlafen, ging es nach der durchgemachten Nacht um 4:30 Uhr los zum Flughafen. 

Nachdem wir eine Weile ziemlich planlos durch den Flughafen gelaufen waren, schafften wir es doch noch, unseren Check-in Schalter zu finden (wir sind am Online Check-in kläglich gescheitert) und machten es auf die altmodische Art. Als wir endlich unsere wirklich riesigen Koffer los waren (eigentlich wollten wir mit Rucksack reisen, aber all die Dicken Pullis unterzubringen war ein hoffnungsloses Unterfangen) und wir zu unserem eigenen Erstaunen beide kein Übergewicht hatten (also die Koffer, was uns betrifft ist das eine andere Geschichte) konnten wir uns endlich um das Wichtigste kümmern. Kaffee. 

Als es dann an den Sicherheitscheck ging, graute uns schon. Man muss ja alle elektronischen Geräte auspacken. Das war für uns echt kein Spaß. Mac Books, Kamera, Drohne, Handys, Gimbal und und und. Als das endlich geschafft war und die Sicherheitsbeamten ihre Neugierde bezüglich unserer Drohne gestillt hatten, wäre es dann beinahe an meinem Rucksack gescheitert. Ihr müsst wissen ich hatte etwas besonders gefährliches dabei. Mein Notizbuch :D. Als dann schließlich geklärt war, was die gefährlich aussehende Metallspirale in meinem Rucksack war, durften wir unsere ganzen Sachen wieder einpacken.

Am Gate warteten wir dann darauf, dass das Boarding endlich begann und uns wurde schnell klar, dass die Idee mit der durchgemachten Nacht nicht ganz so gut war. Wir waren beide Hundemüde und es viel uns schwer die Augen überhaupt offen zu halten.

 

Auf nach Amsterdam

Endlich im Flugzeug, fielen uns beinahe sofort die Augen zu. Natalie wachte zum Start wieder auf. Das Fliegen ist nicht ihre liebste Beschäftigung und ich döste weiter vor mich hin, bis der Kaffeewagen kam. Da war ich natürlich auch wieder ganz bei der Sache. Eigentlich wollten wir während dem Flug ein bisschen arbeiten. Natalie Bilder bearbeiten und ich hatte auch noch einen Blogpost zu schreiben, aber wir schafften es wegen der Müdigkeit einfach nicht, uns auch nur 5 Minuten zu konzentrieren. Ich schlief nach dem Kaffee und dem Sandwich, das wir bekamen, gleich wieder ein und Natalie nickte immer nur mal kurz ein bisschen weg, bis ihr wieder bewusst wurde, dass sie sich in einem Flugzeug befand. Erst beim Landeanflug auf Amsterdam, schaffte ich es die Augen wirklich auf zu machen und auch offen zu behalten. Uns stand ein längerer Aufenthalt bevor, aber nicht lang genug, um den Flughafen zu verlassen und Amsterdam unsicher zu machen. Wir mussten uns die Zeit also irgendwie am Flughafen vertreiben. Unser erstes Ziel war das nächste Café. 

Wir hofften das ein weiterer Kaffee und eine Cola vielleicht ein Wunder vollbringen und uns wach machen konnten, aber ich fürchte, dass wir beide, was Koffein angeht, schon ziemlich abgehärtet sind. Selbst nach Kaffee und Cola waren wir immer noch müde. Wir wollten eigentlich ein kleines Video über die Reise machen, aber wir waren einfach zu nichts zu gebrauchen. Selbst zum reden waren wir zu müde. Ich glaube wir haben noch nie so wenig miteinander gesprochen wie an diesem Tag.

Irgendwie schafften wir es, die Zeit totzuschlagen. Fragt mich nicht wie. Wir hingen rum wie ein Schluck Wasser in der Kurve und schlenderten durch den Flughafen, bis uns endlich das Gate, von dem aus es weiter gehen sollte, angezeigt wurde.

 

Weiter gehts nach Kopenhagen

Im Flugzeug wiederholte sich dann das Spiel vom letzen Flug. Dösen, Kaffe und Sandwich und weiter dösen. Mit uns war absolut nichts anzufangen. Ich denke keiner von uns beiden wird je wieder unausgeschlafen in ein Flugzeug steigen. Wenn man es nicht schon einmal gemacht hat, kann man sich nicht vorstellen wir anstrengend das werden kann. Ein Fehler, den wir nicht wieder begehen.

In Kopenhagen angekommen, war unser erstes Ziel nicht das nächste Cafè, aber auch nur, weil wir noch keine Dänischen Kronen hatten. Wir gingen also erst einmal zur nächsten Wechselstube und machten uns dann auf die Suche nach einem schönen Café.

Der Flughafen in Kopenhagen gefiel uns ziemlich gut, aber es war mehr los als in Amsterdam, also mussten wir etwas suchen, bevor wir ein Café fanden, in dem es noch einen Platz für uns gab. 

Es war unser Glück, dass wir nicht das erstbeste genommen hatten, denn hier gab es auch noch super lecker klingende Smoothies. Wir gönnten uns also jeder einen Smoothie und natürlich auch einen Kaffee (darauf können wir einfach nicht verzichten) und machten es uns gemütlich. 

Die Smoothies verschafften uns einen kleinen Vitaminschub und wir beschlossen, ein wenig den Flughafen zu erkunden. Nachdem wir einige Zeit durch die riesigen Hallen gelaufen waren, entdeckten wir dann unser Highlight. Eine kleine Terrasse. Die frische Luft tat so gut, nach all den Stunden in Flughäfen und Flugzeugen. Wir blieben dort, bis wir uns dann schließlich auf die Suche nach unserem Gate machten, wo wir uns endlich in das letzte Flugzeug für den heutigen Tag setzen würden.

 

Ab auf die Färöer Inseln

Als wir das Gate erreicht hatten und auf den Beginn des Boardings warteten, wurde uns schnell klar, wie klein die Inseln wirklich sein mussten. Es schien sich jeder, der mit uns am Gate wartete zu kennen. Alle begrüßten sich mit Namen und redeten miteinander. Einfach ganz anders als München, wo viele nicht einmal wissen wie ihre direkten Nachbarn heißen.

Als wir endlich unsere Sitzplätze im Flugzeug erreicht hatten, machte sich Erleichterung in uns breit. Das schlimmste an diesem Tag hatten wir hinter uns gelassen. Das Ziel war fast erreicht. Ich bin im Flugzeug noch vor dem Start direkt wieder eingeschlafen und erst zum Essen wieder aufgewacht (nein normalerweise besteht mein Leben nicht nur aus essen und schlafen, auch wenn es vielleicht so wirken mag). Natalie hatte nicht schlafen können. Wir hatten wohl einige Turbulenzen. Ich hatte davon nicht das geringste mitbekommen. 

Nach dem Essen war für uns beide nicht mehr an schlafen zu denken. Zu groß war jetzt die Aufregung. Es würde nicht mehr lange dauern, bis wir auf den Färöer Inseln landeten. Selbst die Müdigkeit konnte die Aufregung kaum mindern. Als wir dann schließlich zum Landeanflug ansetzten, platzten wir fast vor Neugierde. 

Um uns herum war noch alles grau, bis dann endlich die Wolken aufrissen und wir unseren Augen kaum trauten. Wir klebten beide mit den Gesichtern am Flugzeugfenster und konnten gar nicht glauben, was sich uns für ein Anblick bot. Das dunkle Wasser des Atlantik, die gigantischen Klippen, darauf dieses sanfte Grün und dann die kleine Landebahn und der Flughafen, der von der Größe eher an einen deutschen Baumarkt erinnerte. 

Wir landeten und als der Pilot in die Bremsen trat drückte es uns alle in die Gurte. Die Landebahn sah wohl nicht nur so klein aus, sondern war es wohl auch. 

Wir verließen das Flugzeug und gingen in den Flughafen. Er war wirklich sehr klein (gerad einmal 2 Gates) und übersichtlich. Das Band auf dem unsere Koffer ankamen war nur eine sehr kleine Runde und es dauerte auch nicht lange, bis wir unsere Koffer entdeckten. 

Wir besorgten uns bei der Touristeninformation des Flughafens noch ein paar Broschüren (uns war eingefallen, das wir unseren Reiseführer Zuhause auf dem Wohnzimmertisch vergessen hatten) und kauften uns noch SIM-Karten, bevor wir vor dem Flughafen in ein Taxi zu unserem Hostel für die erste Nacht stiegen.

Zeit fürs Bett

Während der Fahrt konnten wir leider nicht viel von der ersten Insel sehen. Es war bereits stock dunkel geworden.

Im Hostel schauten wir dann erstmal ziemlich blöd aus der Wäsche, als uns klar wurde, dass kein Mitarbeiter mehr dort war. Wir waren ganz schön sauer, da wir extra angegeben hatten, dass wir erst spät Abends ankommen würden. Ein nettes Mädchen im Aufenthaltsraum zeigte uns dann ein Telefon, mit dem man den Besitzer erreichen konnte. Wir hängten uns daran und als die ersten beiden Versuche vergebens waren, entschieden wir, erst noch ein bisschen zu warten, bevor wir es erneut versuchten. Wir waren unglaublich genervt. Der Tag war so lang gewesen und wir wollten einfach nur noch ins Bett und schlafen. Unsere Laune hatte den Tiefpunkt erreicht. Als wir dann erneut das Telefon ergriffen, war das Glück dann endlich wieder auf unserer Seite und der Besitzer hob ab. Er wies uns telefonisch ein Zimmer zu und versprach, sich direkt auf den Weg zu uns zu machen, um uns alles zu zeigen und uns den Schlüssel zu geben.

Wir schnappten uns unsere Koffer und gingen zu unserem Zimmer. Wir freuten uns nur noch auf zwei bequeme Betten. Im Zimmer angekommen trauten wir unseren Augen kaum. Der Raum war winzig, die Wände bestanden aus Pressspanplatten und es waren nur 2 Betten und ein Stuhl im Raum. Wir hatten gerade genug Platz unsere Koffer abzustellen, aber nicht um uns gleichzeitig darin zu bewegen. Das Zimmer erinnerte eher an eine Gefängniszelle als an ein Hostelzimmer. Also gemütlich war definitiv etwas anderes. Wir waren wirklich sauer. Das Hostel war alles andere als günstig und dann wurden wir in so eine Kammer gesperrt. Wir konnten es gar nicht wirklich glauben. Der Beschluss stand fest. Dem Besitzer würden wir Ordentlich die Meinung geigen.

Als er dann schließlich kam, nahm er uns schneller den Wind aus den Segeln als wir schauen konnten. Er war ein junger Mann und begrüßte uns mit einer Freundlichkeit, wie wir sie selten erlebt hatten. Er zeigte uns alles, erkundigte sich was wir auf den Inseln alles geplant hatten, gab uns ein paar Tipps und erklärte uns auch noch, wie wir am nächsten Tag am besten zu unserem Air BnB kommen würden. Seine Freundlichkeit war einfach entwaffnend. Natalie und ich sahen uns an und uns war klar, dass keiner von uns auch nur ein böses Wort gegen ihn hätte richten können. Dem jungen Mann war sicher nicht bewusst, was für ein Glück er an diesem Abend hatte. Wenn wir müde sind können wir schon wirklich unleidlich werden.

Weil wir so erschöpft waren, dass wir kaum noch die Augen offen halten konnten, bedankten wir uns bei dem jungen Mann für seine Hilfe und verabschiedeten uns von ihm.

Nachdem wir die Betten bezogen hatten waren wir zu nichts mehr im Stande und vielen direkt hinein. Es dauerte wahrscheinlich nur ein paar Sekunden, bis wir eingeschlafen waren.

Was wir daraus gelernt haben

  • Nie wieder unausgeschlafen in ein Flugzeug steigen

  • Wenn wir müde sind ist mit uns absolut nichts Anzufangen

  • Den Kauf von Reiseführern können wir uns sparen, weil wir sie eh nur Zuhause vergessen

  • Freundlichkeit kann völlig entwaffnend sein

 

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